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Die Drachenfrau
 
Oder wie die schwarzen Perlen ins Meer gekommen sind.
 
Es war einmal vor langer, langer Zeit eine goldene Drachin, sie lebte in den Bergen nahe einer Stadt. Die Menschen liebten und ehrten sie, denn sie war hilfsbereit und friedlich. Sie heilte die Menschen von allerlei Krankheiten. Alle waren froh und glücklich, bis eine schreckliche Seuche die Stadt heimsuchte und aus jeder Familie mindestens zwei, drei Mitglieder starben, darunter waren auch viele Kinder. Die Menschen baten in ihrer Not den Drachen um Schutz und Hilfe, doch es half nichts. Auch die goldene Drachin hatte nicht die Macht den Menschen zu helfen, sie konnte die Kranken nicht heilen. In ihrer Verzweiflung wurden die Menschen rasend vor Schmerz und Wut und gingen mit Speeren auf die Drachendame los. Sie gaben ihr die Schuld für die Heimsuchung, beschimpften sie und wollten sie töten. Die Drachin aber flog verletzt davon und lebte fortan nur noch in ihrer Drachenhöhle. Die äußere Verletzung war nicht so schlimm wie die Wunde im Inneren ihres Herzens. Sie hätte die ganze Stadt mit Leichtigkeit vernichten können, doch das wollte sie nicht. Dafür liebte sie die Menschen zu sehr. Man hielt sie für tot und bald geriet die Geschichte und die Drachin in Vergessenheit.



Ein kleiner Junge aber, dem die goldene Drachin einmal sehr geholfen hatte, suchte nach ihr. Er fand den Weg zu ihrer Höhle und brachte ihr täglich frisches Wasser und Essen, er erzählte ihr unterhaltsame Geschichten und versuchte sie aufzumuntern, denn sie war unendlich traurig. Er wollte sie glücklich machen und befürchtete dass sie an gebrochenem Herzen sterben würde. Doch Drachen sind sozusagen unsterblich und so musste sie weiter auf der Erde verweilen.
 
Die Jahre vergingen und aus dem Knaben wurde ein junger Mann. Als es für ihn Zeit wurde sich eine Frau zu nehmen, befürchtete die Drachin, dass er bald nicht mehr kommen würde und war darüber noch trauriger als über die damalige Verfolgung durch die Menschen.

Da bemerkte sie erstmals wie sehr sie ihn vermissen würde und das sie ihn liebte. „Wenn du ihn wirklich liebst kannst du seine Frau werden, aber du wirst große Schmerzen erleiden, wenn er deine Liebe nicht so erwidert“, warnte eine innere Stimme die goldene Drachin. Auch der Jüngling wusste, dass sie sich in eine Menschengestalt verwandeln könnte, wenn sie wollte. Immer wieder malte er sich aus wie es wohl wäre wenn sie eine Menschenfrau wäre, wie sie aussehen würde, und wie sie zusammen über eine Wiese laufen könnten und vieles andere mehr, denn auch er liebte sie. Er wollte sie zärtlich Liebhalten und immer für sie da sein. Diese geheimen Wünsche offenbarte er ihr und träumte laut von ihrem gemeinsamen Glück. Alle seine Wünsche und Träume teilte er ihr mit. Allmählich konnte sie sich mehr und mehr vorstellen mit ihm zusammen als Frau ein Menschenleben zu leben und seine Wünsche zu erfüllen. Wenn nicht mit ihr, dann würde er seine Träume mit einer Anderen leben, dessen war sie sich sicher.

Sterben konnte sie nicht und alleine in der Höhle hausen kam ihr auch sehr triste vor.    Da es keinen anderen Weg gab, entschloss sie sich zu dem Wagnis. Es würde kein Zurück geben, wenn sie einmal ihre Drachengestalt aufgegeben hatte und sie wusste das; auch ihre uralte Weisheit, denn sie war schon viele tausend Jahre alt, half ihr nicht weiter.
Als sie endlich den Entschluss gefasst hatte, verwandelte Sie sich, eines warmen strahlenden Morgens im Frühling, in eine wunderschöne Jungfrau und ihr langes goldgelocktes Haar reichte bis an die Hüften. Der Jüngling blickte wie verzaubert in ihre strahlenden meergrünen Augen, genauso hatte er sie sich immer vorgestellt, seinen Glücksstern wie er sie liebevoll nannte. Er führte sie stolz in sein Heim und hier könnte dieses Märchen mit dem Satz enden: „Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“.
 
Doch die wunderschöne Drachenfrau hatte nie gelernt zu kochen und das Haus zu versorgen. Sie bemühte sich zwar, aber das Menschenessen schmeckte ihr nicht, so vermochte sie es nicht wirklich schmackhaft zuzubereiten. Für die schwere Haus-Arbeit waren ihre zarten Hände und ihr zierlicher Körper nicht wirklich geeignet. Auch deshalb konnte sie ihrem Mann nichts Rechtmachen. Aber das war noch nicht das Schlimmste. Nachts, wenn sie sich liebten, verwandelte sich die Drachenfrau und wurde im glücklichsten Moment zu einem unfassbaren durchsichtigen Schleier und schwebte im Glück. Es war als öffne sich ein Tor in eine andere strahlendere Welt. Sie entglitt seinen Armen in dem Moment wo er sie doch festhalten wollte, wo er sie doch körperlich spüren wollte, ihre Wärme, ihre Geborgenheit, ihre Zweisamkeit genießen wollte. Dieser Moment der die schönste Vereinigung sein sollte, trennte sie scheinbar so unüberwindlich. Er konnte es nicht mehr ertragen und liebte sie immer seltener. Erst machte es ihn sehr traurig doch später sogar wütend, dass sein Glücksstern, die schönste Frau der Welt seine Wünsche und Bedürfnisse nicht erfüllen konnte oder wollte. Sie war eben doch kein wirklicher Mensch kein Weib aus Fleisch und Blut. Immer öfter blieb er nachts fort, und machte ihr Vorwürfe sie sei keine richtige Frau, sondern in Wirklichkeit nur ein uraltes Drachenweib, sie könne ihm auch keine Kinder schenken, wolle das Haus nicht versorgen und ihm kein schmackhaftes Essen kochen. Er habe es nun satt und von nun an wird er sich eine andere Frau nehmen.
 
Tags darauf brachte er seine neue Frau mit und nun lebten sie zusammen in dem Haus. Diese Frau war kräftig und sehr fleißig, versorgte den Mann, das Haus und die Drachenfrau. Sie behandelte sie wie eine Königin. Doch seit diesem Tag, als Ihr Mann die Andere ins Haus brachte, sprach die Drachenfrau nie mehr ein Wort. Nachts wenn ihr Mann mit der neuen Frau schlief, trat die Drachenfrau auf den Balkon und schaute zum Himmel hinauf und träumte von den Sternen. Aber auch die Weite und Schönheit des Himmelsfirmaments konnte die Drachenfrau nicht trösten. Sie wurde gut behandelt und fürstlich versorgt, seine fürsorgliche Frau las ihr jeden Wunsch von den Augen ab aber es half nichts. Die Zeit verging und es wurden zwei Söhne geboren. Nun war endgültig klar wer zur Familie gehörte, die Drachenfrau jedenfalls nicht. Sie war etwas Exotisches, etwas was die Anderen nicht hatten.
 
Nicht nur das höchste Glück, sondern auch das tiefste Unglück ließ Ihre menschliche Gestalt fast verschwinden und an Vollmondnächten schimmerte sie wie ein zarter goldener Hauch. Ihre unzähligen Tränen die sie lautlos weinte tropften zu schwarzen Perlen, die sich mit ihrem Gewand Schicht für Schicht verbanden. Aber so sehr sie sich auch wünschte wieder ein Drache zu werden – dieser Wunsch konnte nicht mehr in Erfüllung gehen.
 
In einer Vollmondnacht ließ sie sich davontragen, der warme Sommerwind wehte sie immer weiter fort bis ans Meer. Sie bat ihren Bruder den Hüter der Meere sie bei sich aufzunehmen. Er gab ihr diese Zuflucht und sie streifte das mittlerweile schwere Perlen-Gewand ab und ließ es liegen. Ihr Bruder sagte zu ihr, sie solle das Gewand verwahren damit sie wieder aus dem Meer steigen könne, wenn sie es wünsche. Aber die Erinnerungen waren zu schmerzvoll für die Drachenfrau und sie wollte es nie mehr wieder tragen. „Es ist unmöglich mit meinem geliebten Mann zusammen zu leben “. So blieb es am Ufer zurück.
 
Jede Welle, jedes Riff, alle Meeresbewohner durchdrang die Drachenfrau bis in die tiefsten Tiefen der Meere. Endlich war sie glücklich, die Bewegungen des Meeres und der Lebewesen erfüllten sie mit einem unendlichen Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit, Frieden und Wärme, denn sie liebte das Meer.
 
Großes Unglück überkam den Mann als er bemerkte, dass die Drachenfrau weg war und er verließ Frau und Kinder um sie zu suchen. Sie war sein Glücksstern und er wollte sie wiederfinden. Nach einer langen Wanderung kam er ans Meer und fand das Gewand. Er war verzweifelt und weinte da er sie ertrunken glaubte. Darüber bekam der Hüter der Meere Mitleid mit ihm und sprach: „ Es geht ihr hier gut und sie kommt nicht mehr zurück, es ist unmöglich, sie kann nicht genauso wie ein Mensch sein, weil sie keiner ist und auch niemals ein Mensch werden wird. Sie ist ein zauberhaftes Wesen, und das wird sie auch immer bleiben, egal welche Gestalt sie angenommen hat. Nimm ihr Gewand mit wenn du willst, vielleicht lindert es deinen Schmerz“. So nahm es der Unglückliche mit nach Hause, denn es war alles was ihm von seinem Glücksstern noch geblieben war. Doch die wertvollen schwarzen Perlen waren in vielen Schichten so in das Gewand verwoben das er sie nicht lösen konnte ohne das Gewand zu zerstören. Das brachte er aber nicht übers Herz, und er entschloss sich das Perlengewand wieder zurück zu bringen. Der Hüter der Meere nahm es entgegen und die schwarzen Perlen fielen allesamt ins Meer, jetzt war es wieder ein zarter duftiger Hauch von einem Gewand, befreit von den schweren Perlen. Auch jetzt nahm der Mann keine Einzige von den wertvollen schwarzen Tränenperlen an sich um sie mit nach Hause zu nehmen, da sie ihm sowieso kein Glück bringen würden.
Zu dem Mann sagte der Hüter der Meere tröstlich: „ Du hast ein Leben mit deiner Frau und deinen Kindern“.
„Hier und Jetzt ist die Liebesgeschichte zu der Drachenfrau die jetzt eine Meeresgöttin ist aber noch nicht Zuende sondern nur unterbrochen. Gebe die Hoffnung nicht auf. Sie liebt dich und du liebst sie, eure Liebe ist wahrhaftig Echt und mit menschlichen Maßstäben nicht zu messen“. Und zu Beiden sagte er: „Seid nicht traurig, weil es diesmal nicht so war wie ihr euch das geträumt habt. Wahre Liebe findet immer ihren Weg, und wenn ihr wieder zusammenkommen werdet, irgendwann zu irgend einer anderen Zeit an einem anderen Ort um in einer Neuen Geschichte eine Fortsetzung zu leben, dann ist es eine Neue Chance es besser zu machen. Gemeinsam dürft ihr einen Weg gehen den noch nie jemand vor euch gegangen ist, aber vergesst niemals, ihr kommt aus ganz unterschiedlichen Welten, und die Glückliche Vereinigung fremder Welten dauert mitunter eine kleine Ewigkeit!“
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